Stehend k.o.

Paula May 1st, 2008

Ein schönes Beispiel feenhafter Übereilung erreicht uns heute aus der chilenischen Hauptstadt. In dem vermutlich erfahrungsbezogenen Wissen, dass sich Männer beim Gewähren von vier Wünschen vier Mal das Gleiche erbitten würden, kündigte Santiagos Bürgermeister Gonzalo Navarrette in bester Wunschfee-Manier an, vier Viagra-Pillen pro Monat an ältere Männer über 60 verteilen zu wollen, die sich laut der Zeitung „Las Ultimas Noticias“ bei ihm beschwert hatten, zu wenig Sex zu haben. Aus tiefem Verantwortungsgefühl heraus wolle Navarrette die Lebensqualität der Hieb- und Stichlosen steigern.

Ungeklärt ließ er allerdings die Frage, auf welches Zielobjekt sich die wiedererstarkten Schusslanzen der Guerreros richten sollen. Im Falle eines fehlenden Drogenäquivalents auf weiblicher Seite, mit dem sich die spanischen Damen notfalls die – im Gegensatz zum Exekutivorgan durch die Jahre unveränderlich stehenden, ja sogar sich verstärkenden – Körperdefizite der Männer schön- oder wegberauschen können, verlagert sich das Jagdproblem unter Umständen einfach nur. In nicht allzu ferner Zukunft könnte sich Navarrette mit Klagen konfrontiert sehen, die eine Modifizierung oder Ausweitung seines unbedachten, da zu wenig spezifizierten Geschenks einfordern. Und nur der Himmel mag wissen, wie das stark katholisch geprägte Land auf Klagen der vierfach omnipotenten Opas reagiert, zu wenig Sex mit Frauen zu haben…

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