Karma nichts machen
Paula June 1st, 2008
Jetzt ist endlich Schluß mit diesem ramdösigen Geplänkel darüber, Geld sei nicht so viel wert, wie man meinen könnte. Eine Randexistenz in wissenschaftlichen Abhandlungen zur deutschen Inflationsrate der 1920er Jahre mag man dieser Aussage noch zubilligen; ansonsten jedoch ist Geld gar nicht hoch genug einzuschätzen: Es macht nicht nur Wohnungen größer und Mimikfalten kleiner, es macht die Welt vor allem ein gutes Stück einfacher. Wie anders ist es zu erklären, dass die schwerreiche Sharon Stone fern aller Plattentektonik und Seismologie eine ganz einfache Erklärung für das verheerende Erdbeben in China gefunden hat: „I’ve been concerned about how should we deal with the Olympics, because they are not being nice to the Dalai Lama, who is a good friend of mine. And then all this earthquake and all this stuff happened, and I thought, is that karma - when you’re not nice that the bad things happen to you?” (http://film.guardian.co.uk/news/story/0,,2282466,00.html)
Das mit dem Karma hat natürlich einiges für sich. Schon 1997 bewahrte uns schließlich nur unsere political correctness davor, ein millionenfaches „Tja!“ nach Sachsen zu schicken, wo man sich während des Oderhochwassers, auf durchgeweichten Pappkartons sitzend, mal gehörig Gedanken darüber machen konnte, wie man sich als Parade-Ossi so karmatös verhalten hatte, seit der subventionierten Wiedervereinigung. Oder der zweite Weltkrieg. Da sollen sich doch die anderen Länder erstmal an die eigene Nase fassen, womit sie eine solche Katastrophe selbst heraufbeschworen haben! Wie man es in den deutschen Wald hineinruft, so schallt es aus dem Nirwana zurück, eine ganz einfache Rechnung. Hätte man nach 1918 eigentlich wissen können. Und warum Wolfgang Schäuble oder Stephen Hawking durchs Leben rollen statt laufen, mag man sich gar nicht ausmalen. Wahrscheinlich haben die es auch faustdick hinter den Ohren.
Ja, wenn man nicht nett ist, passieren böse Dinge, da hat die zweifache Preisträgerin der Goldenen Himbeere schon recht. Vielleicht hätte sie das der hiesigen Bevölkerung mal früher stecken sollen. Dann wären wir alle netter gewesen. Und hätten nicht die No Angels zum Grand Prix schicken müssen. Mist.
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